Professor Molimard antwortet Ihnen auf Ihre Fragen

Im Oktober 2010 hatten Internetbenutzer im Forum von Stop-tabac.ch die Gelegenheit, ihre Fragen Professor Molimard zu stellen, einem berühmten Spezialisten der Tabakologie aus Frankreich. Sie können diese lesen und sogar anhören! Das ganze Stop-tabac.ch Team sowie die ganze "Grossfamilie" des Forums danken Herrn Molimard herzlich für seine Teilnahme und die Qualität seiner Antworten, die human, motivierend und immer zutreffend waren.

Im Stop-tabac Forum gestellte Fragen.

Einleitende Worte von Professor Molimard

Wie könnte ich ohne meine Zigarette LEBEN? Ich habe allerdings vor 50 Jahren aufgehört und bin noch nicht gestorben. Aber ich habe meine eigene Erfahrung des Rauchstopps durch diejenigen aller Raucher ergänzt, die ich persönlich ab 1977 in meiner Beratung im Spital von Nanterre und jetzt in Villejuif gesehen habe. Ich habe auch die durch die Laborratten und die Lehre der Tabakologie an der Medizinfaktulität entstandenen Gedanken hinzugefügt.

Derjenige, der nicht ausreissen möchte, wird im Gefängnis bleiben. Aber nur der Wille allein reicht nicht. Man reisst nicht aus, indem man die Gitterstäbe schüttelt und der Tür Fusstritte verpasst. Man muss eine Strategie entwickeln, die Schwachstellen der Ueberwachung entdecken, sich auf Komplizen verlassen können, Werkzeuge basteln... Es kann Jahre dauern.

Man kann den Raucher nicht aus seinem Gefängnis "befreien", weil es in ihm drin ist.

Stop-tabac hat mich gebeten, meine Erfahrung mit den im Internet surfenden Rauchern zu teilen, indem ich versuche, auf ihre Fragen zu antworten. Aber der Raucher ist der einzige, der die Wege zu seiner Freiheit entdecken kann. Ich kann ihm nur einen Werkzeugkasten anbieten, in der Hoffnung, dass er darin findet, womit er sein persönliches Problem mit dem Tabak lösen kann.

Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.

Professor Molimard, Oktober 2010

In Uebereinstimmung mit dem frz. Gesetz über Gesundheitsfachpersonen, die sich in der Oeffentlichkeit äussern, sage ich aus, keine gemeinsamen Interessen mit Firmen im Gesundheitswesen zu haben. Ausserdem gibt dies auch für die Tabakindustrie.

Antworten an Octodon

Frage:
Ich bin umgeben von jungen Leuten, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, wie kann man mit ihnen über den Tabak sprechen? Es geht vor allem um meine Kinder. Ich weiss nicht wie.

Welchen Rat würden Sie mir geben? In Bezug auf z.B. die Abhängigkeit sagen sie, dass sie nicht abhängig sind. Ich schlage ihnen einen 3-wöchigen Rauchstopp vor, und dass sie dann selber entscheiden. Der Rauchstopp ist etwas Persönliches, aber nichts zu tun, nichts zu sagen, ist schwierig.

Danke.

Octodon, seit 7 Monaten Nichtraucher

Antwort:
Hören Sie die Antwort von Professor Molimard.

Glauben Sie ihnen nicht. Mit 20 oder 30 Jahren wissen sie sehr gut, was Abhängigkeit sein kann, und erhalten von allen Seiten Antitabak-Mitteilungen. Noch besser ist es, wenn Sie nicht auch noch etwas sagen. Sie beobachten Sie aus den Augenwinkeln, um zu sehen, ob Sie durchhalten, wie Sie reagieren werden. Seinen Sie sich selbst, versuchen Sie nicht, bekehrerisch zu sein, Sie würden Opposition auslösen. Sie würden Ihre persönliche Erfahrung als Morallektion wahrnehmen. Sollen sie Sie doch einfach leben sehen. Fangen Sie nicht mit Feindseligkeiten an. Geben Sie Ihnen keine Ratschläge. Sie werden sich schliesslich über Ihre Haltung wundern. Warten Sie, bis sie Ihnen Fragen stellen, und erzählen Sie dann einfach Ihre Erlebnisse.

Ihr Test ist zweischneidig. Regelmässige Raucher brauchen keine 3 Wochen, um sich zu beweisen, dass sie abhängig sind. Aber es gibt Gelegenheitsraucher, die ein Päckchen während eines Fests rauchen und dann während einem Monat vergessen, zu rauchen. Diese werden Ihren Test bestehen. Das wird sie in ihrer Idee bestätigen, dass sie nie vom Tabak abhängig sein werden, und wird sie dazu verleiten, so weiterzumachen, bis sie in der Falle sitzen. Denn leider ist dieser gutmütige Abstand zum Tabak nur allzu oft eine Uebergangsphase vor einer regelmässigen Tabaksucht.

Frage:

Können Sie mir bitte den Zusammenhang zwischen dem Alkohol und dem Tabak erklären? Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass es einen Zusammenhang gibt, aber ich täusche mich vielleicht.
Merci
Octodon

Antwort:
Hören Sie die Antwort von Professor Molimard.

Antwort an BALZANE

Frage:
Zuallererst ein herzliches Dankeschön an Prof. Molimard für seine Arbeiten und Schriften. "Le petit manuel de défume" ist eine meiner Bettlektüren, ich nehme es oft zur Hand, wie um meinen Rauchstopp zu festigen!
Wie bei Octodon dreht sich meine Frage um die jungen oder sehr jungen Raucher. In der Zahnarztpraxis, wo ich arbeite, sehe ich oft sehr junge Leute (13-14 Jahre), die fast ein Päckchen pro Tag seit mehreren Monaten, wenn nicht sogar Jahren, rauchen. In diesem Stadium sind die durch den Rauch verursachten Schäden der Schleimhaut schon feststellbar. Meine Rolle in der Zahnarztpraxis ist die Zahnprophylaxe (Prävention). Meine Frage ist also: "Wie kann man Prävention betreiben, ohne belehrend zu sein?" Was kann man diesen jungen Leuten sagen, um sie zu motivieren, schnell mit dem Tabak und/oder Cannabis aufzuhören? Als Exraucherin weiss ich, wovon ich spreche, aber ich habe manchmal den Eindruck, dass sie mich als eine Ausserirdische betrachten.

Im Voraus danke für Ihre Antwort.
Balzane, Nichtraucherin seit schon fast 1000 Tagen!
P.S.: Wann wird es das Wort "défume" im französischen Wörterbuch geben?

Antwort:
Hören Sie die Antwort von Professor Molimard.

Was Sie schreiben, freut mich sehr. Nächstes Jahr werden die Editions DeBorée das « Petit Manuel de Défume » und vor allem « La Fume » als Taschenbuch herausgeben. Letzteres würde eine gründliche Ueberarbeitung verdienen, da es seit 2003 viele Aenderungen gegeben hat!

Ich denke in der Tat, dass im Teenageralter Belehren das beste Mittel zu einer dem gewünschten entgegengesetzten Reaktion ist. Aber Sie sind in einer privilegierten Situation, die es Ihnen erlaubt, einfach die Wahrheit zu sagen. Bleiben Sie also im Mund-Zahn-Bereich, der Ihr Fachgebiet ist. Sagen Sie, was Sie denken, aber ohne zu übertreiben. Wenn die Kinder Sie als glaubwürdig wahrnehmen, wird die Mitteilung ankommen.

Catherine Hill schlägt eine von den Arbeiten von Doll inspirierte Formel für das Lungenkrebsrisiko vor:

Krebsrisiko = k x Päckchen/Tag x Jahre der Tabaksucht hoch 4.5

Einige haben das sofort als "Päckchen x Jahre" interpretiert, indem sie sagten, dass das Rauchen von 2 Päckchen während 10 Jahren dasselbe sei wie 1 Päckchen während 20 Jahren. Ein grober Fehler. Das heisst, hoch 4.5 zu vergessen, was die Anzahl Jahre beeinflusst. Den täglichen Konsum zu verdoppeln multipliziert das Risiko mit dem Faktor 2. Aber die Anzahl Jahre zu verdoppeln, multipliziert das Risiko mit 2 hoch 4.5, d.h. 23 (d.h. 2 x 2 x 2 x 2 x ungefähr 1,5). "Päckchen x Jahre" ist eine falsche und gefährliche Formel.

Ich denke, dass man das Gleiche praktisch über alle Tabakkomplikationen sagen kann, auch diejenigen im Zusammenhang mit dem Mund und den Zähnen. Die einzige Mitteilung ist nicht « Rauchen Sie weniger! », sondern « Hören Sie so schnell wie möglich damit auf !», weil es die Dauer des Ausgesetztseins ist, die zählt.

Ich möchte, dass das Wort « défumer » eines Tages in einem Wörterbuch zu finden ist, unter der Voraussetzung, dass die Definition gut aufzeigt, dass es sich um eine lange Arbeit an sich selbst handelt, einen Abbau-Aufbau, der eines Tages dazu führt, dass die Zigarette als Prothese eine unnötige Last wird.

Antwort an Cathy64

Frage:
Guten Tag,

Ich habe Freunde, die schon seit mehreren Jahren mit Rauchen aufgehört haben, die einen sagen mir "Es ist super, ich denke überhaupt nicht mehr daran, ich bin freier und glücklicher Nichtraucher", und leider sagen mir andere "Es fehlt mir immer noch, ich denke oft daran, etc.". Sind wir beim Rauchstopp doch nicht alle gleich? Gibt es einen Grund, weswegen der Rauchstopp so unterschiedlich erlebt wird?

Ich möchte wirklich in einigen Monaten auch zu den glücklichen Nichtrauchern gehören!

Cathy, seit 5 Monaten Exraucherin

Antwort:
Die Leute sind so verschieden wie jemand, der seinen Fahrausweis gerade erst bekommen hat und ein erfahrener Autofahrer.

Es gibt diejenigen, die viel an sich gearbeitet haben, manchmal viele erfolglose Rauchstoppversuche durchgemacht haben, die geübt haben wie bei den Kilometern des Autofahrenlernens, und die schliesslich zugegeben haben, dass sie das "UNKONTROLLIERBARE nie kontrollieren können". Diese Leute sind wirklich für den Rauchstopp reif. Sie lösen sich mühelos von der Zigarette, wie eine reife Frucht vom Baum fällt. Sie widerstehen den Reflexen, eine Zigarette anzünden zu wollen, leicht und werden sogar schnell die Gewohnheit annehmen, das Bedürfnis bei äusseren Signalen nicht mehr zu haben, wie früher, als der servierte Kaffee, die Pause oder ein Treffen mit Freunden das Bedürfnis hervorrief. Dies sind Exraucher, sie wissen es oft seit dem ersten Tag.

Es gibt diejenigen, die noch nicht mit dem Tabak im Reinen sind. Es sind Rauchstopper, die noch am Rauchstopp dran sind, obwohl sie nicht mehr rauchen. Sie haben es noch nicht wirklich gelernt. Sie werden durch das Wiederholen lernen müssen, ohne Tabak alle Situationen durchzustehen, die sie früher zum Rauchen verleitet hatten. Das wird schnell gehen für Alltagssituationen, aber wenn es die Zigarette ist, die man beim Feiern einmal pro Woche raucht, werden sie sich nicht vor 6 Monaten wohl fühlen. Aber die Zeit stärkt das Selbstvertrauen, und viele werden auch glückliche Exraucher.

Aber unter diesen Rauchstoppern gibt es diejenigen, die immer noch denken, dass es eine Hoffnung gibt, ihren Konsum zu kontrollieren. Schliesslich ist es der Traum eines jeden Rauchers, aufzuhören, indem doch weitergeraucht wird. Solange im Hinterkopf die Idee herumgeistert, am Sonntag eine Zigarre zu rauchen und dass man, wenn man mal alt ist, wieder zu einer Zigarette greift, ist der Wurm drin. Man raucht nicht. Aber der Preis ist ein langer kräftezehrender Kampf gegen sich selbst, der sich oft in einer Aggressivität gegen das Umfeld und die anderen Raucher richtet, aus Intoleranz. Man ist kein Exraucher. Um einer zu werden, kann man wetten, dass es wieder eine Zigarette braucht, um zu festzustellen, dass die Kontrollidee eine Sackgasse ist.

Antwort an Arzi

Frage:
Meine Frage betrifft die oralen Nikotinersatzprodukte (Ich weiss, dass mehrere hier das gleiche Problem haben.). Wie kommt es, dass wir es nicht schafften, sie abzusetzen (in meinem Fall mehr als 20 Microtabs pro Tag ... 4 Jahre nach dem Rauchstopp) ?

Antwort:
Sie gehören zum Prozent der Raucher, die sich noch Patchs aufkleben, zu den 7%, die ein Jahr nach dem Rauchstopp noch Nikotinkaugummis kauen. Ich denke, nach 50 Monaten gehören Sie zu einer verschwindenden Minderheit. Sind Sie nikotinabhängig?

Ich denke nicht. Der Engländer Martin Jarvis hatte in einer der ersten Studien über die Nikotinkaugummis gefunden, dass nach einem Jahr 44% der Personen, die mit Rauchen aufgehört hatten, noch Nikotinkaugummis kauten. Aber auch 42% der Personen, die Plazebokaugummis erhalten hatten. Es ist klar, dass dieser verlängerte Gebrauch nicht auf das Nikotin zurückzuführen ist, auch wenn dieses den Erfolg verdoppelt hatte. Ich sehe 3 Erklärungen.

1. Die Angst, wieder zur Zigarette zu greifen, wenn man das Medikament absetzt. Man hat so stark gekämpft, dass man nicht das geringste Risiko eingehen will.

2. Die Gewohnheit, eine 2. Natur.

3. Drei Wirkungen des Nikotins, die nicht zur Abhängigkeit ausreichen, aber die Gewohnheit bei gewissen Leuten verstärken können:

  • Die Wirkung des Blutzuckers. In einer meiner Studien haben Raucher, die nüchtern wenig Blutzucker hatten, weniger einfach mit Rauchen aufgehört, weil Nikotin den Blutzucker schneller ansteigen lässt als das Frühstück. Wenn sie mit Rauchen aufhören, fühlen sie sich nicht wohl. Um also ihren Blutzucker zu erhöhen rauchen sie entweder oder essen etwas. Aber wenn sie 2 Kilos zugenommen haben, sagen sie sich, das ist nicht möglich, und greifen wieder zu einer Zigarette. Diese Wirkung kann den anfänglichen Erfolg des Nikotins erklären.
    Wenn Sie diese Wirkung suchen, ist die Lösung, um vom Nikotin loszukommen, eine verschriebene zuckerarme Diät, d.h. man vermeidet die schnellen Zucker, die den Blutzucker rasch ansteigen lassen, aber als Reaktion eine starke Unterzuckerung hervorrufen. Man sucht eine stabileren Zuckerhaushalt. Eher ein englisches Frühstück mit Wurst, Schinken und trockenen Bohnen als ein stark gezuckerter Kaffee mit Brötchen und Konfitüre.
  • Der Aufwacheffekt. Nachts arbeitende Personen rauchen viel. Die Antwort: Der Kaffee.
  • Die Entspannung. Nikotin wirkt auf gewisse Neuronen des Rückenmarks und veranlasst eine Muskelentspannung, die der Raucher wahrnimmt. Die Antwort ist eher eine Einübung von kurzen Entspannungstechniken.

 

Antwort an Bagatelle Cathy388 und Badjenka

Frage 1:
Guten Tag,

Ich habe vor mehr als 5 Monaten aufgehört. Ich denke noch oft an die Zigarette. Ist das normal? Ich bin auch sehr gereizt... Ich rege mich sehr stark auf... Wie lange dauern diese psychologischen Mangelerscheinungen?

Aber vor allem: Vergessen wir die Zigarette willentlich oder verschwindet die Erinnerung einfach so?

Danke.

Exraucherin seit dem 31 Mai 2010

Frage 2:
Ist es normal, sogar 6 Monate nach dem Rauchstopp genervt und gereizt zu sein? Wird sich das mit der Zeit beruhigen?

Ich bin oft deprimiert. Das war früher nie so und scheint mir nicht normal. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem zeitweiligen Deprimiertsein und der tiefgreifenden Säuberung des Körpers im Zusammenhang mit dem Rauchstopp? Wieviel Zeit braucht der Organismus, um die Tabaktoxine zu eliminieren? Welche Ratschläge können Sie mir geben?

Danke.

Frage 3:
Guten Tag,

Warum rauchen wir wirklich? Wenn wir mit Rauchen aufhören, riskieren wir nicht eine andere Abhängigkeit, die vorher existiert hat oder nicht, wie die Abhängigkeit vom Alkohol? Warum hat ein Freund, der vor 25 Jahren mit Rauchen aufgehört hat, alle Kilos behalten und sogar Bulimie?

Danke im Voraus und einen schönen Tag.

Antwort:
Ich antworte Bagatelle, Cathy388 und Badjenka gleichzeitig, die die gleichen Probleme der Reizbarkeit und Nervosität auch Monate nach dem Rauchstopp beschäftigen. Zuerst muss gesagt sein, dass dies nichts mit den Toxinen des Tabaks zu tun hat, ganz im Gegenteil. Nikotin und alle seine Derivate können die ersten Abstinenzstunden vereinfachen, solange sie noch im Organismus sind, so wie auch Nikotin als Medikament wirkt. Aber wie Kohlenmonoxid sind sie in den ersten 24 bis 48 Stunden eliminiert, in weniger als einer Woche im schlimmsten Fall. Nach 6 Monaten ist es schon lange her, dass Sie Ihren Organismus von allen toxischen Produkten gereinigt haben, wenn man vom Kadmium absieht, das noch sehr lange vorhanden ist, aber Ihr Unbehagen nicht erklären kann.

Nikotin allerdings hat einen oft vernachlässigten Effekt. Wie ich schon Arzila gesagt habe, führt es sehr rasch zu einem Glukoseanstieg im Blut. Gewisse Raucher, deren Blutzucker etwas tief ist, zählen stark auf diese Wirkung, um sich morgens und tagsüber ins Gleichgewicht zu bringen, und sind beim Rauchstopp hypoglyzemisch. Eines der Zeichen der Unterzuckerung, abgesehen von Heisshunger, dem manchmal Bleichsein, kaltem Schweiss oder einem Ohnmachtsgefühl, ist die Reizbarkeit, die Aggressivität. Als ich Praktikant im Spital von Bicêtre war, hatte ich einen charmanten Chef, der sehr menschlich und zuvorkommend war. Aber er war Diabetiker. Er spritzte sich Insulin... und vergass, zu essen. Wenn er anfing, alle zu beschimpfen, zu allen aggressiv zu sein, Studenten wie Patienten, kam schnell eine Krankenschwester, um ihm Zucker anzubieten. Oft wies er es stur zurück, und man musste ihm notfallmässig intravenös mit Glukose versetztes Serum verabreichen, um zu verhindern, dass er ins Koma fiel. Man kann das Speichel generierende Gefühl des Hungers nicht wahrnehmen. Aber man kann auch essen, was sofort gegen die Unterzuckerung hilft, bis zur Bulimie, die zu einer starken Gewichtszunahme führt.

Vor dem Auftreten von Diabetes gibt es oft Episoden der Unterzuckerung. Ausserdem kann lange Tabaksucht zu Diabetes führen. Die richtige Verhaltensweise ist es dann, seinen Arzt zu fragen, damit er diesbezüglich alles abklärt oder Ihnen eine Diät oder eine Behandlung verschreibt.

Man vergisst die Zigarette nicht, weil man es will, denn man würde nur noch etwas mehr daran denken. Man vergisst sie mit der Zeit, wie nach einer Trauer, wenn der Schmerz nachlässt und der Erinnerung Platz macht, nur ausgeschmückt mit vorübergehender Nostalgie.

Antwort an Desaparecida

Frage:
Guten Tag

Im "Petit guide de la défume" schlagen Sie vor, sich auf das Rauchverlangen in intensiven, aber seltenen Momenten vorzubereiten, die man gewohnt war, zu erleben, als man rauchte. Momente, die im Allgemeinen einige Zait nach dem Rauchstopp auftreten, wie eine Trauer, eine Trennung, eine Entlassung oder sogar sehr grosse Glücksmomente. Aber wie kann man sich darauf vorbereiten, in diesen Momenten, wo man am schwächsten ist, nicht zu rauchen? Welche Automatismen, welche Gedanken, etc. kann man einüben, um sich zu helfen, in diesen Momenten nicht nachzugeben?

Antwort:
Ich sagte, dass man schliesslich Situationen kontrollieren kann, die durch einen gelernten Automatismus zum Rauchen verleiten, durch die Wiederholung. Es handelt sich um ein Training, in dem man diese Situationen genug oft durchlebt haben muss, ohne sie mit der Zigarette in Verbindung zu bringen, was wie jeder Lernprozess einen zeitweiligen Willen verlangt.

Es ist relativ einfach für Situationen, die sich täglich wiederholen. Nach 2 bis 3 Wochen ist der Automatismus eingeübt. Aber die für das Lernen nötige Wiederholung ist unmöglich, und das kann einen erfahrenen Exraucher erstaunen. Wie beim Autofahren fällt der Neuling in alle Fallen, deswegen wird ein A (oder ein L) hinten an seinem Auto angebracht und man verlangsamt seine Geschwindigkeit. Mit der Zeit lernt er, zu ANTIZIPIEREN, zu wissen, wann man das automatische Fahren aufgeben muss, um wachsamer und doppelt so vorsischtig zu sein. Aber auch der noch so erfahrene Autofahrer kann vom Glatteis oder einem Hindernis auf der Strasse hereingelegt werden. Das ist unvermeidbar. Aber wenn man eine Schwierigkeit vorhersieht, muss man sich den Stimmungszustand der ersten Tage des Rauchstopps vor Augen führen, als der Tabak in jedem Moment Fallen stellte.

 

 

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Mehr als die Hälfte aller Rauchenden will mit dem Rauchen aufhören. Aber oft wissen sie nicht, wie ein Rauchstopp am besten anzupacken ist. Die Rauchstopplinie ist ein telefonischer Beratungsservice, der unkompliziert bei der Tabakentwöhnung hilft.

Die Beraterinnen und Berater der Rauchstopplinie sind Profis, wenn es darum geht, einen Rauchstopp richtig vorzubereiten und eine geeignete Aufhörmethode zu wählen. Sie haben schon Tausenden Raucherinnen und Rauchern geholfen.

Die Rauchstopplinie bietet Informationen und ausführliche Beratungsgespräche in mehreren Sprachen an.

 

 

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